Miriam Carbe - Unerwünschte Töchter
Mariana Leky
Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar.
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal – ein Meisterwerk.
»Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.« Mariana Leky
Miriam Carbe, geboren 1967, hat deutsche und nigerianische Wurzeln und wuchs in einer Familie von Frauen auf, die alle Tagebücher und Erinnerungsskizzen schrieben. Von ihnen erbte sie mehrere Kisten mit Notizbüchern, von denen die ältesten von 1908 stammen. Miriam Carbe hat drei Kinder und lebt in Frankfurt am Main. Sie arbeitet als Redakteurin bei Arte.
FÜNF FRAGEN AN DIE AUTORIN:
Worum geht es im Roman »Unerwünschte Töchter«?
Es geht um die Frauen in meiner Familie, angefangen bei meiner Urgroßmutter, die immer versucht haben, sich innerlich freizumachen von den Umständen, die sie bedrückten. Dass ihnen das nicht gelungen ist, haben sie als persönliches Versagen wahrgenommen. Sie waren immer sehr streng mit sich. Sie alle waren Töchter, deren Geburt ihren Müttern äußerst ungelegen kam.
Wo liegt der Anfang dieses Romans? Gab es einen konkreten Auslöser für das Schreiben?
Ich habe über Jahre viele Anläufe zum Schreiben genommen und auch zwei nie veröffentlichte Romane fertiggestellt. Aber als ich nach dem Tod meiner Mutter ein Konvolut von Tagebüchern und Notizen aus drei Generationen geerbt habe, fühlte sich das wie eine Verpflichtung an, die stärker war als meine Selbstzweifel.
Mit jeder geborenen Tochter verschiebt sich im Roman die Perspektive auf eine neue Generation. Warum war es wichtig, jeder dieser Figuren mit einem so empathischen Blick zu begegnen?
Ich kenne die realen Vorbilder nur als erwachsene, beziehungsweise alte Frauen. Ich habe versucht, mich in sie hineinzuversetzen, in ihre Kindheit und Jugend, um ihr Denken besser zu verstehen. Vieles von diesen Kindheits- und Jugenderlebnissen ist vermutet und unterstellt, also fiktional.
»Unerwünschte Töchter« erzählt von familiären Prägungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Welche Rolle spielt dabei der politisch-zeitgeschichtliche Kontext?
Meine Familie war geprägt von Gefühlen von Entwurzelung und Statusverlust, die eng mit den zwei Weltkriegen, Tod der Männer und Söhne und deutscher Teilung zusammenhängen. Das stelle ich aus ihrer Perspektive dar. Der Skandal meiner Geburt und später auch meine Kindheit waren von einem rassistischen Denken grundiert, in dem der Rassenwahn des Nationalsozialismus noch nachklang.
Lesen und Literatur sind für die Frauen im Roman von existenzieller Bedeutung. Was bedeutet es, nun selbst einen Roman veröffentlicht zu haben?
Eitelkeit galt bei uns als Todsünde, und die einzige Ausnahme war die Freude darüber, den eigenen Text gedruckt zu sehen. Meine Großmutter schrieb zum Beispiel ständig Leserbriefe, und meine Mutter veröffentlichte Bücher und Artikel. Diese Eitelkeit war merkwürdigerweise erlaubt, und insofern freue ich mich jetzt sehr über die Veröffentlichung.
Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar.
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal – ein Meisterwerk.
»Miriam Carbe erzählt in einer bewegenden Familiengeschichte von einem ganzen Jahrhundert.« Mariana Leky
Miriam Carbe, geboren 1967, hat deutsche und nigerianische Wurzeln und wuchs in einer Familie von Frauen auf, die alle Tagebücher und Erinnerungsskizzen schrieben. Von ihnen erbte sie mehrere Kisten mit Notizbüchern, von denen die ältesten von 1908 stammen. Miriam Carbe hat drei Kinder und lebt in Frankfurt am Main. Sie arbeitet als Redakteurin bei Arte.
FÜNF FRAGEN AN DIE AUTORIN:
Worum geht es im Roman »Unerwünschte Töchter«?
Es geht um die Frauen in meiner Familie, angefangen bei meiner Urgroßmutter, die immer versucht haben, sich innerlich freizumachen von den Umständen, die sie bedrückten. Dass ihnen das nicht gelungen ist, haben sie als persönliches Versagen wahrgenommen. Sie waren immer sehr streng mit sich. Sie alle waren Töchter, deren Geburt ihren Müttern äußerst ungelegen kam.
Wo liegt der Anfang dieses Romans? Gab es einen konkreten Auslöser für das Schreiben?
Ich habe über Jahre viele Anläufe zum Schreiben genommen und auch zwei nie veröffentlichte Romane fertiggestellt. Aber als ich nach dem Tod meiner Mutter ein Konvolut von Tagebüchern und Notizen aus drei Generationen geerbt habe, fühlte sich das wie eine Verpflichtung an, die stärker war als meine Selbstzweifel.
Mit jeder geborenen Tochter verschiebt sich im Roman die Perspektive auf eine neue Generation. Warum war es wichtig, jeder dieser Figuren mit einem so empathischen Blick zu begegnen?
Ich kenne die realen Vorbilder nur als erwachsene, beziehungsweise alte Frauen. Ich habe versucht, mich in sie hineinzuversetzen, in ihre Kindheit und Jugend, um ihr Denken besser zu verstehen. Vieles von diesen Kindheits- und Jugenderlebnissen ist vermutet und unterstellt, also fiktional.
»Unerwünschte Töchter« erzählt von familiären Prägungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Welche Rolle spielt dabei der politisch-zeitgeschichtliche Kontext?
Meine Familie war geprägt von Gefühlen von Entwurzelung und Statusverlust, die eng mit den zwei Weltkriegen, Tod der Männer und Söhne und deutscher Teilung zusammenhängen. Das stelle ich aus ihrer Perspektive dar. Der Skandal meiner Geburt und später auch meine Kindheit waren von einem rassistischen Denken grundiert, in dem der Rassenwahn des Nationalsozialismus noch nachklang.
Lesen und Literatur sind für die Frauen im Roman von existenzieller Bedeutung. Was bedeutet es, nun selbst einen Roman veröffentlicht zu haben?
Eitelkeit galt bei uns als Todsünde, und die einzige Ausnahme war die Freude darüber, den eigenen Text gedruckt zu sehen. Meine Großmutter schrieb zum Beispiel ständig Leserbriefe, und meine Mutter veröffentlichte Bücher und Artikel. Diese Eitelkeit war merkwürdigerweise erlaubt, und insofern freue ich mich jetzt sehr über die Veröffentlichung.
Terminübersicht
Gut zu wissen
Eignung
Schlechtwetterangebot
Zielgruppe Erwachsene
Preisinformationen
Preis Erwachsener: 10,00 €
Tickets können online auf der Homepage des KULT oder bei Feinkost Gerdes in der Großen Straße in Bad Iburg erworben werden.
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